Vietnam/Hanoi verstärkt die Ausbildung von Arbeitskräften im ländlichen Raum
Die vietnamesische Hauptstadt leitet eine neue Phase ein, um die Kompetenzen der ländlichen Bevölkerung bis zum Jahr 2030 weiterzuentwickeln. Diese Strategie zielt darauf ab, den wirtschaftlichen Wandel zu begleiten, die Beschäftigung zu fördern und die Regionen auf die Veränderungen im Zusammenhang mit der Urbanisierung und der Digitalisierung vorzubereiten.
Der Vizepräsident des Volkskomitees von Hanoi, Vu Thu Hà, unterzeichnete am 2. Juli den Plan Nr. 252/KH-UBND zur Umsetzung des Programms „Erneuerung und Verbesserung der Qualität der beruflichen Bildung im ländlichen Raum bis 2030“.
Diese Maßnahme zielt auf eine umfassende Modernisierung der beruflichen Bildung ab, um den Anforderungen des Arbeitsmarktes gerecht zu werden, die Einkommen der Landbevölkerung zu steigern und die wirtschaftliche Umstrukturierung der Hauptstadt zwischen 2026 und 2030 zu begleiten. Sie steht zudem im Einklang mit den Entwicklungsrichtlinien für den neuen ländlichen Raum, die digitale Landwirtschaft und die durch die städtische Expansion bedingte berufliche Umschulung.
Die Behörden streben an, jährlich durchschnittlich 20.000 Auszubildende in den Berufsbildungseinrichtungen aufzunehmen. Etwa 70 % der Begünstigten werden nicht-landwirtschaftliche Ausbildungen absolvieren, gegenüber 30 % in landwirtschaftlichen Berufen. Frauen dürften mehr als 45 % der Teilnehmer ausmachen, während Menschen mit Behinderung fast 4 % der Begünstigten stellen werden. In Gebieten mit ethnischen Minderheiten besteht das Ziel darin, dass 70 % der Personen im erwerbsfähigen Alter eine ihren Bedürfnissen entsprechende Qualifikation erwerben. Mehr als 85 % der Absolventen sollen nach Abschluss ihrer Ausbildung eine Beschäftigung finden.
Gezielte Schwerpunkte
Das Programm deckt das gesamte Gebiet von Hanoi ab, wobei ein besonderer Schwerpunkt auf Berggemeinden, Ortschaften mit ethnischen Minderheiten sowie Gebiete liegt, die am Aufbau des „neuen ländlichen Raums“ beteiligt sind.
Es richtet sich an Landbewohner ab 15 Jahren, die eine Qualifikation erwerben oder eine Beschäftigung finden möchten. Zu den beteiligten Akteuren zählen zudem Lehrkräfte, Handwerker, Ausbilder, Leiter von Berufsbildungseinrichtungen, Unternehmen, Genossenschaften und öffentliche Einrichtungen, die in diesem Bereich tätig sind.
Die Stadtverwaltung plant, die Informationskampagnen zu den staatlichen Maßnahmen im Bereich der beruflichen Bildung zu verstärken, indem sie digitale Plattformen, nationale und lokale Medien sowie gesellschaftspolitische Organisationen einbezieht. Die kommunalen Behörden werden damit beauftragt, den Bedarf zu ermitteln, die Beratung der Bewerber sicherzustellen und die Durchführung der Ausbildungsmaßnahmen zu begleiten.
Die Fördermaßnahmen kommen vorrangig Personen zugute, deren Grundstücke enteignet wurden, sowie Jugendlichen, Frauen in prekären Lebenssituationen, Angehörigen ethnischer Minderheiten, Arbeitnehmern, die ihren Arbeitsplatz verloren haben, und Personen, die aufgrund der Urbanisierung gezwungen sind, ihre berufliche Tätigkeit zu wechseln.
Innovation und nachhaltige Integration
Die Stadt beabsichtigt, die Infrastruktur der Berufsbildungseinrichtungen zu stärken und deren Ausstattung zu modernisieren, wobei der Schwerpunkt auf den Bereichen liegt, die den Anforderungen der wirtschaftlichen Entwicklung von Hanoi entsprechen.
Der Plan sieht außerdem vor, die Kompetenzen von Lehrkräften und Führungskräften durch Fortbildungen zu erweitern und gleichzeitig die Beteiligung von Experten, Handwerkern, Ingenieuren und Technikern aus Unternehmen und Genossenschaften zu fördern, damit diese ihr Know-how weitergeben können.
Der digitale Wandel nimmt in dieser Strategie einen zentralen Platz ein, mit der Entwicklung computergestützter Verwaltungstools, dem Aufbau einer Datenbank zum Arbeitsmarkt und einer besseren Nutzung von Informationen über Angebot und Nachfrage auf dem Arbeitsmarkt, um den zukünftigen Bedarf vorwegzunehmen.
Gleichzeitig möchte Hanoi die Partnerschaften zwischen berufsbildenden Einrichtungen, Unternehmen und Genossenschaften intensivieren, um Lehrpläne zu entwickeln, die den Erwartungen des Arbeitsmarktes entsprechen. Vorrang haben dabei direkt von den Arbeitgebern in Auftrag gegebene Ausbildungsmaßnahmen, die mit Einstellungszusagen einhergehen.
Schließlich planen die Behörden, die Beratungs-, Vermittlungs- und Betreuungsdienste für die Begünstigten auszuweiten, insbesondere über das städtische Jobportal und spezialisierte Jobmessen. Langfristig wird die Wirksamkeit der Maßnahmen anhand der Eingliederungsquote und der nach der Ausbildung erzielten Einkommen bewertet, wobei schrittweise eine Umstellung auf eine ergebnisorientierte Finanzierung anstelle einer rein auf den eingesetzten Mitteln basierenden Finanzierung angestrebt wird.
Quelle: lecourrier.vn/


