Belgien/Ihre Binden: Marche-en-Famenne startet eine große Spendenkampagne
Das Tabu der prekären Menstruation soll gebrochen werden. Die Stadt Marche-en-Famenne hat beschlossen, es zu brechen, indem sie eine große Spendenaktion für Monatsbinden startet. Die Aktion findet vom 24. Januar bis zum 8. Februar an zwölf Sammelstellen statt.
Die Hälfte der Menschheit ist von der Menstruation betroffen. Dennoch ist es manchmal immer noch schwierig, die damit verbundenen Schwierigkeiten in Worte zu fassen. Eine Frau gibt jeden Monat durchschnittlich 15 Euro für Binden aus. Im Laufe eines Lebens muss man mit fast 7000 Euro rechnen. Ein kleines Auto.
Ein beträchtliches Budget, das manche nicht aufbringen können. "Das ist einer der ersten Posten, der wegfällt, wenn die Monate schwierig sind", sagt Marjorie Macoire, Straßenpädagogin in Marche. Dann greifen sie auf das System D zurück: Toilettenpapier, Zeitungspapier oder auch Watte. Mit all den damit verbundenen gesundheitlichen Problemen.
Aber die prekäre Menstruation ist nicht nur für sozioökonomisch benachteiligte Menschen ein Problem. Es gibt das Vergessen. Es sind die Entfernungen zwischen ihrem Büro, ihrem Aufenthaltsort und dem ersten geöffneten Geschäft. Es sind auch die jungen Mädchen in den Schulen.
"Aus diesem Grund erschien es uns wichtig, diese Aktion durchzuführen. Wir befinden uns in der Provinz Luxemburg. Überall, wo man hinkommt, gibt es Entfernungen zu überwinden. Es kommt vor, dass man nicht das Nötigste bei sich hat. Mit dieser Initiative wollen wir so vielen Menschen wie möglich Damenbinden in Reichweite anbieten", kommentiert die Schöffin für Gesundheit, Magali Coppe.
Die Initiative besteht aus einer großen Spendenaktion. Vom 24. Januar bis zum 8. Februar werden die Marcherinnen und Marcher aufgefordert, Bindenpackungen in große rosafarbene Boxen zu legen. Zwölf Sammelstellen sind aufgelistet:
- Carrefour Market
- Colruyt
- Delhaize
- Hypermarché Carrefour
- Mado
- Maison de Jeunes
- Maison Médicale de Aye
- Mic-Ados
- Mutualité Chrétienne
- Mutualité Libérale
- Planning pluraliste
- Spar de Aye.
Aus hygienischen Gründen werden nur einzeln verpackte Binden angenommen.
"Und diese Aktion richtet sich natürlich nicht nur an Frauen", betont Juliette Lepage, Koordinatorin der ASBL Bruzelle. Jeder Mann hat eine Mutter, eine Schwester, eine Tochter oder eine Nichte um sich herum. Die sind für sie! Dieser Kampf ist keine Frage des Geschlechts."
Quelle: www.rtbf.be/


